♥Das Leben ist zwar das momentane Ende hier in dieser Dimension, aber nicht das Ende der Liebe zu Euch♥

♥Meine Herzensarbeit♥

:stern:-Natürlich im Einklang mit der Natur sterben-?

Ich möchte Euch gerne an meinen Erfahrungen mit weit über einem Jahrzehnt natürlicher Sterbebegleitung teilhaben lassen und einiges zu Hilfen und den Vorgängen schreiben und Euch die Angst nehmen, wenn man sich dazu entschließt sein Tier natürlich gehen zu lassen. Und ich möchte Euch gerne zum Nachdenken anregen.

Ganz besonders wichtig ist es mir auch zu erwähnen, dass es hier nicht darum geht jemand zu verurteilen oder überhaupt zu urteilen oder zu werten, anzugreifen, ihm Vorwürfe zu machen, oder ihn zu verurteilen, der (bisher) sein Tier hat einschläfern lassen, sondern es geht mir um Aufklärung und das Anbieten von Hilfe und Informationen.

Ich weiß, dass das ein sehr sensibles Thema ist, das die Gemüter vielfach sehr erregt und trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, spreche ich es an und weil es mir eine wirkliche Herzensangelegenheit und –arbeit ist.

Vieles mag Euch eventuell beim ersten Lesen erschrecken, unbekannt sein, Angst machen, vielleicht Euren Ärger erregen, Euch empören, Euch provozieren, Euch verstören, o. ä. Ich bitte Euch, versucht Euch für dieses Thema zu öffnen und lasst das Geschriebene auf Euch wirken.

Ich bin gerne bereit jede Frage von Euch zu beantworten, weil ich noch sehr sehr genau weiß, wie viele Fragen und Ängste und Unsicherheiten ich damals hatte.

Ich verneige mich in Ehrfurcht und Liebe vor allen Tieren, die ich begleiten durfte und von denen ich unendlich viel an Weisheit, Liebe, Güte und Loslassen lernen durfte.

Egal zu welchem Zeitpunkt, man was auch immer entscheidet, man entscheidet aus Liebe heraus und weil man es zum Ist-Zeitpunkt nicht anders weiß. Keiner muß sich Vorwürfe machen im Nachhinein, es ist wie es ist und es war in Ordnung so.
Ich habe noch nie erlebt, dass es einem ein Tier übel genommen hat, egal welche Entscheidung auch getroffen wurde.:herz senden:

Irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo man sich situationsbedingt, sei es durch Alter und/oder Krankheit eines Tieres leider mit der Endlichkeit der gemeinsamen Zeit auseinander setzten muß.

Die Allermeisten kennen nur den Weg der Euthanasie und wissen gar nicht um die andere wunderbare Möglichkeit.
Ich habe es meinem Kater Gishmo zu verdanken, der mich sehr sanft an dieses Thema herangeführt hat, wie unendlich dankbar ich ihm dafür bin. :herz senden:

Irgendwann kommt also der Tag, wo man vom TA eine Diagnose bekommt und/oder man das Gefühl hat, das Tier ist alt und es geht ihm nicht gut damit, weil es z.B. abnimmt etc.

Ich stelle Euch mal zwei durchaus provokante Fragen zum Nachdenken in den Raum…

Warum werden Tiere eingeschläfert und Menschen nicht?
Weil man Menschen gerne bis zum Tod quält???

"Das Leben als krankes und/oder altes Tier ist eine Qual für das Tier." Dies ist, zumindest die an mich von Patientenbesitzern durch ihre TA herangetragene häufigste Aussage / Antwort, wenn der Tierbesitzer die Empfehlung zum Einschläfern hinterfragt.

Diese „Diagnose“ an sich macht einen als liebenden Tiermensch sowieso schon völlig fertig. Man ist oft erst einmal völlig überfordert mit dieser Information und als „normaler“ Mensch, ohne spezielle Ausbildung im schulmedizinischen Bereich, oft natürlich auch kein Fachmann, was detaillierte Krankheiten und deren Verläufe angeht und glaubt mangels Informationsquellen, das was einem die Ärzte sagen.

Wer hat das zu entscheiden, was eine vermeintliche Qual ist, außer das Tier selbst? Haben wir das zu entscheiden?

Oder sind vielleicht auch die Tierbesitzer die "Gequälten" die mit der Situation nicht umgehen können?
Ist nicht manchmal eher die Qual der Bleibenden so hoch, um dies zu verhindern?

Das ist meiner Erfahrung nach auch einer der häufigsten Gründe für das Einschläfern. Nicht, weil tatsächlich das Tier sich quält, sondern entweder der Mensch dies denkt oder es für den Mensch eine Qual (aus z.B. Unwissenheit) ist.

Hat der Mensch den Raum zur Abwägung über das Leben oder den Tod eines anderen Lebewesens zu entscheiden? Würdet Ihr wollen, daß ein Familienmitglied über Euer Ableben oder Weiterleben entscheidet, ohne das Ihr gefragt würdet????

Leider wird oftmals durch TA und Angehörige Druck bei den Patientenbesitzern aufgebaut, in dem die "Handlungsempfehlung" „einschläfern“ gegeben wird.

Was wäre denn nun z.B. eine weitere mögliche und wünschenswerte Reaktion, bei einer Diagnose, die im „Normalfall“ mit Euthanasie enden würde?

Wünschenswert als Reaktion wäre, wenn die Diagnose heißt, wir haben keine Heilungsmöglichkeit und wissen nicht mehr weiter, zu sagen wir lassen der Natur ihren Lauf und helfen und unterstützen, wenn nötig mit all unseren Sinnen und Wissen. Es gibt z. B. Menschen, die Ihre Familienmitglieder zu Hause bis zum Tod betreuen und begleiten.

Warum nicht auch die Tiere?
Warum sollen unsere Tiere nicht die Möglichkeit haben, selbstbestimmt ihren natürlichen Weg zu gehen? Ein sanftes Sterben ist möglich. Sogar bei Unfällen, z.B., wenn zu erwarten ist (aus Erfahrung), daß das Tier nur noch wenig Zeit (Minuten?) in dieser Welt hat. Bei Unfällen schüttet jeder Körper enorme Mengen Adrenalin und Schmerzstiller aus, es wird kein Schmerz gespürt (weiß ich aus eigener Erfahrung), also warum in die Natur und ihre natürlichen Abläufe eingreifen??? Warum darf das Tier dann nicht noch die letzten Minuten Zeit bekommen um von sich aus von dieser Dimension eigenständig und mit liebevoller Begleitung eines Menschen, der an seiner Seite ist, in eine andere zu wechseln??!!

Nicht, dass Ihr mich hier missversteht, natürlich bleibt man nicht dabei und wartet, bis das Tier stirbt und tut nichts, wenn man sieht, es hat eventuell Probleme in die nächste Dimension zu wechseln, natürlich hat man dann auch jede Menge Möglichkeiten (z. B. mit homöopathischen Mitteln) zu unterstützen.

Um mal ein anderes Beispiel zu nennen, Krebs, ist bis auf zwei Ausnahmen (Knochen- und Gehirnkrebs), schmerzfrei, welche Qual hat hier ein Tier?

Folgende Geschichte dazu: Ein TA rät bei einer Krebsdiagnose Eures Tieres zum Einschläfern und Ihr entscheidet Euch dagegen. Ich habe damals bei meinem Kater Bubi "Nein" gesagt und wurde als Tierquälerin beschimpft und in der TA-Praxis angeschrien!!!!

Mein Bubi hat noch 2 schöne Jahre (unter anderem dank Homöopathie) gut gelebt und ist dann sanft zu Hause eingeschlafen. Es wurde mir damals (von einem Professor aus der Berliner Pathologie) gesagt, er hätte nur noch wenige Tage zu leben. Mein Bauchgefühl hat mir etwas anderes gesagt und auch mein Bubi hat mir etwas anderes signalisiert. Er ist dann MIT seinem Krebs gestorben an Altersschwäche und nicht AN oder WEGEN dem Krebs!!!!

Grundsätzlich möchte ich Euch zum Thema Krebs und Schmerz noch folgendes schreiben. Gerade das Verabreichen von z.B. Morphium und anderen Opiaten lässt die Menschen und natürlich auch die Tiere immer mehr Schmerzen entwickeln. Das hat was mit Nervenbahnübertragungen und Schmerzgedächtnis und Gewöhnungseffekt zu tun. Das ist ein wahrer Teufelskreislauf und wie eine Spirale. Ihr könnt Euch das in etwa so vorstellen wie bei einem "Junkie" (Zucker, Tee, Kaffee, Alkohol, Tabletten, Zigaretten, Koks, Heroin etc. etc.. Ich könnte die Liste unendlich fortsetzen), es braucht immer größere Mengen um den gewünschten Effekt zu erreichen. Das jetzt hier ganz ausführlich zu erklären sprengt definitiv den Rahmen, da könnte man jetzt einen stundenlangen Vortrag drüber halten.

Viele Menschen, besonders die Unwissenden, wie die Nachbarin, die entscheidet, ob der Nachbar im Rollstuhl noch ein lebenswertes Leben hat ;), erklären dann, dass wir Sterbebegleiter versuchen würden, eben mit allen verfügbaren Mitteln ein Tier am Leben zu erhalten, aber genau das macht die natürliche Sterbebegleitung eben NICHT. Sondern es geht darum dem Tier in seiner persönlichen Zeit (die es braucht zum Übergang) zur Verfügung zu stehen und WENN nötig zu unterstützen, aber nicht im Sinne von mit allen Mitteln am Leben erhalten wollen, sondern eben gehen lassen und begleiten. DAS TIER entscheidet selbst und nicht der Mensch. Es geht NICHT darum, das Leben künstlich und unnatürlich, mit Eingriffen von außen, am Leben zu erhalten. Damit verlängert man das Leben nur gegen den Einklang mit der Natur und bringt den ganzen Vorgang des Sterbeprozesses total ins Ungleichgewicht und so ist die Begleitung nicht zu verstehen. Ich verstehe aber durchaus sehr gut, daß man natürlich total verzweifelt ist und nach jedem Strohhalm greift, aber das ist wie gesagt nicht das eigentliche Anliegen.

Ein werdendes Leben braucht 9 Monate bis es hier in diese Dimension geboren wird und genauso braucht ein erlöschendes Leben Zeit um den Weg in die nächste Dimension anzutreten. Beim Tod und dem dann folgenden Übergang zu einer neuen Dimension handelt es sich um eine sogenannte „Rückwärtige Geburt“ (hat das jetzt jemand verstanden ;)? ).

Was kann man nun als menschlicher Gefährte konkret tun, um sein Tier auf dem letzten gemeinsamen Weg zu unterstützen.

Zum Einen geht es um Aufklärung des Menschen, z.B. was passiert konkret, wenn ein Tier, oder auch ein Mensch, stirbt. Aufklärung über die einzelnen Sterbephasen und Vorgänge, die im Körper dann stattfinden z.B. hat es viel mit Reden und Beruhigen und Angst und Unsicherheit nehmen und immer wieder Erklären, Erklären, Erklären zu tun.

Es gibt leider viel zu wenig Informationen zum Thema Sterben und Tod und die Menschen werden leider so uninformiert gelassen. Das macht natürlich auch Angst (was habe ich bei der Sterbebegleitung meines Gishmo und damit gleichzeitig meiner ersten Begleitung, meiner Dozentin für Löcher in den Bauch gefragt und was hatte ich für Ängste und Zweifel und und und).

Das Tier zeigt einem als liebenden Menschen sehr genau, was und wie es sich fühlt. Es ist z. B. auch schon eine unglaubliche Hilfe und Erleichterung für Euer Tier, wenn Ihr einfach DA seid.

Aus meiner jahrelangen Erfahrung kann ich sagen (und Euch vielleicht/hoffentlich etwas damit beruhigen), daß Tiere Krankheit, Leid, Schmerz und Sterben ganz anders empfinden als wir Menschen.

Wir gehen bei der "Beurteilung"/Beobachtung einer Situation von uns aus, wie wir, als gesunder Mensch, uns fühlen würden, die Tiere sehen das aber ganz anders, nehmen "ES" einfach an. Ich hoffe, Ihr versteht, wie ich das meine, sonst bitte gerne nachfragen.

Quälen tut einen immer nur etwas, wenn man es möchte und nicht bekommt, man also Hunger und Durst hat und möchte, es aber, warum auch immer, nicht bekommt.

Sterbende Wesen haben dieses Bedürfnis nicht (das haben mir auch die Menschen, die ich begleitet habe erzählt), weil das „nicht-mehr-benötigen“ von Nahrungs- und Flüssigkeitsmengen gehört (neben vielen anderen Dingen) zum natürlichen Prozeß dazu.

Das natürliche Sterben ist ein absolut, friedlicher, bewegender Moment, den man wirklich nie wieder vergißt, wenn man ihn einmal erleben durfte und ich bedanke mich jedes Mal wieder bei dem Tier, für die Ehre diesen Moment bei ihm sein zu dürfen und ihn mit ihm teilen zu dürfen.

Ich würde es als harmonische Gesamtsituation beschreiben.

Natürlich gibt es eben, weil wir so fern gehalten werden vom Sterben und was passiert da genau, sehr viele Fragen und Unsicherheiten und Ängste und eben dann bin ich da, um aufzuklären und die Angst zu nehmen Es gibt während des Prozesses viele Abläufe, die einem ohne erklärende Worte Angst machen können und einen vielleicht zweifeln lassen können. Erklärt man das nicht und der Mensch ist z.B. in dieser Situation alleine, ist er natürlich total überfordert und denkt, z.B. sein Tier erstickt (Thema Schnappatmung).

Übrigens, ist es unerheblich, ob Mensch oder Tier stirbt, die Abläufe, wenn sie dann wie die Natur es vorgegeben hat ablaufen, sind identisch, finde ich sehr faszinierend....

Manchmal ist es so, daß auch Tiere Angst vorm Sterben haben (kommt selten vor, aber eben manchmal doch, z.B. sehr junge Seelen), dann versuchen sie die Verantwortung an den sie liebenden Menschen abzugeben.

Hier (und auch wenn man merkt, da "läuft was nicht rund" in den Phasen) kann man dann sehr schön mit Homöopathie und z.B. auch Reiki, oder Bachblüten, oder Licht, oder Düften, oder, oder, oder, das entscheidet sich jeweils sehr individuell und nach Wunsch und Bedürfnis des Tieres, unterstützen und die Angst nehmen (und nicht nur dem Tier!!!).

Letztendlich, wenn ich meine Begleitungen Revue passieren lasse, hatten die Tiere die wenigsten Probleme mit dem Sterben.:stern:

 

 

 

:stern: Was genau passiert bei der Euthanasie? :stern:

Der Begriff Euthanasie setzt sich zusammen aus dem griechischen Wort „eu“ welches gleichbedeutend ist mit - gut, richtig, leicht, schön- und dem ebenfalls griechischen Wort „thanatos“, welches für (der) Tod steht.

Gerne wird für diesen Vorgang des Tötens auch das Wort „Einschläferung“ benutzt. Bei dem Begriff Einschläferung bzw. Einschläfern handelt es sich um einen sogenannten „Euphemismus“ (Beschönigung), da es sich nicht um eine Narkose, ein Einschläfern im Sinn von Schlafen und auch nicht um einen „schönen Tod“, sondern um eine Tötung handelt.

Es gibt zwei verschiedene Möglichkeiten der Tötung (ausgenommen davon sind u.a. Fische, bei denen gibt es andere Möglichkeiten), die im Übrigen nur durch einen Tierarzt durchgeführt werden dürfen. Auf das Töten von den sogenannten „Nutztieren“ gehe ich in diesem Zusammenhang nicht ein und beschränke mich auf unsere „Haustiere“.

1.
Bei der einen erfolgt in der Regel eine einmalige Injektion einer tödlichen Überdosis eines Narkotikums (z.B. bekannt unter dem Namen Release früher Eutha 77) direkt in die Vene. Ebenso möglich sind neben einer intravenösen Gabe -pulmonale (in die Lunge), -kardiale (in das Herz), -thorakale (in den Brustkorb) und –abdominale (in den Bauchraum) Injektionen, die ebenfalls zugelassen sind. Der Tod erfolgt durch eine durch die Überdosierung herbeigeführte Lähmung von lebenswichtigen Zentren im Gehirn, die die Atmung steuern. Es kommt zum Herz- und Atemstillstand. Das bedeutet konkret, dass innerhalb von Sekunden nach einer z.B. intravenösen Injektion Bewusstlosigkeit eintritt, die zu einer tiefen Anästhesie (Empfindungslosigkeit oder Gefühlstaubheit) führt. Durch die Lähmung des Atmungszentrums kommt es wie gesagt zur Apnoe, auf die schnell der Herzstillstand folgt. Diese Form der Euthanasie soll für das Tier mit minimalem Unbehagen verbunden sein.

Achtung: Bei nervösen Tieren ist die intravenöse Methode nicht angebracht. Wenn die Vene nicht exakt getroffen wird, verursacht das Mittel starkes Brennen. Dieses Gefühl dürfte dem einen oder anderen von Euch vielleicht auch bekannt sein.

Nebenbei bemerkt, darf das Mittel nicht bei Tieren eingesetzt werden, die zur Gewinnung von Lebensmitteln dienen.

2.
Bei der anderen Variante werden zwei Injektionen gesetzt. Erst wird die Katze z.B. durch eine orale (durch den Mund), intramuskuläre (in den Muskel) oder intravenöse (in die Vene) Injektion eines Barbiturats (Beruhigungs-/Betäubungsmittel) in Narkose gelegt und anschließend wird dann die Tötungsspritze (bekannt unter dem Handelsnamen T61) gesetzt. T61 ist ein Kombinationspräparat, das sich aus mehreren Bestandteilen (Muskelerschlaffung, Schmerzmittel und Narkotikum) in toxischer Menge zusammen setzt, welches normalerweise bei korrekter und verantwortungsbewusster Anwendungsweise und Dosierung zum sofortigen Tod führen soll.

Durch das Zusammenwirken aller drei Komponenten wirkt es somit sehr stark dämpfend auf das Atemzentrum im Hirnstamm, was einen sofortigen Bewusstseinsverlust, eine irreversible Lähmung der Skelettmuskulatur, einen sofortigen Zusammenbruch von Kreislauf- und Nervensystem, sowie Atem- und Herzstillstand zur Folge hat.

Bei der Tötung mit T61 wird das Mittel üblicherweise auch intravenös (in die Vene) bzw. direkt intrakardial (ins Herz), intrapulmonal (in die Lunge) oder intraperitoneal (in die Bauchhöhle) gegeben, wo es sekundenschnell wirkt.

Auch dieses Mittel darf nicht bei Tieren eingesetzt werden, die zur Gewinnung von Lebensmitteln dienen.

Zur Vormedikation eignen sich sowohl gering dosierte Narkotika als auch
Sedativa (Beruhigung des zentralen Nervensystems) und Neuroleptika (zur Dämpfung der Nerventätigkeit), eventuell in Verbindung mit Analgetika (Schmerzmittel). Aber Achtung, bei der Verwendung von Sedativa (Beruhigung des zentralen Nervensystems) ist zu beachten, dass die blutdrucksenkende Wirkung das Auffinden einer Vene zur Injektion des Tötungsmittels sehr erschwert.

Es gibt ferner die Möglichkeit bereits zuhause seinem Tier ein Mittel (z. B.
Vetranquil, Mittel zur Beruhigung und Dämpfung des Nervensystems und der Nerventätigkeit) oral zu verabreichen.

Die sogenannten Muskelrelaxantien (Muskelerschlaffer) sollten allerdings keinesfalls als alleinige Vormedikationen benutzt werden, da sie das Tier lediglich unbeweglich machen, aber weder sein Bewusstsein ausschalten noch sein Schmerzempfinden vermindern.

Dosierung:
Damit beim Tier bevor es zur Bewusstlosigkeit kommt keine Schmerzen und Abwehrreaktionen auftreten ist zu beachten, dass zwei Drittel der Dosis langsam und das letzte Drittel mit einmaligem schnellen Druck zu injizieren ist.

Das Tier durchläuft im ganzen Tötungsvorgang dadurch folgende Stadien:

1. Analgesiestadium: Der Schmerz ist aufgehoben, das Bewusstsein aber noch erhalten. Die Katze wird ruhiger und müde.

2. Exzitationstadium: Die Exzitation (Übererregung), die sich durch Abwehrbewegungen und/oder Erbrechen äußert, sollte im Interesse des Tieres schnellstmöglich durchlaufen werden. In dieser Phase ist neben dem Schmerzempfinden auch das Bewusstsein aufgehoben, die Katze kann aber noch auf äußere Reize reagieren.

3. Toleranzstadium: Hier sind die gewünschten Kriterien einer Narkose, die Analgesie (Schmerzunempfindlichkeit), Hypnose (Bewusstlosigkeit) und Muskelrelaxation (Muskelerschlaffung), erreicht.

4. Asphyxiestadium: Die Atmung wird unterbrochen (Atemlähmung) und das Herz hört auf zu schlagen.

Achtung:
Sofern die Applikation nicht korrekt intravasal (Verabreichung in ein Blutgefäß) erfolgt, muss mit massiven Lautäußerungen gerechnet werden. Ebenso kann es bei intrapulmonaler (in die Lunge) Injektion zu Schmerzäußerungen und zu finaler Schnappatmung kommen, was auf die beteiligten Familienmitglieder sehr beängstigend und bedrückend wirkt. Deshalb wird nochmals aus vorgenannten Gründen unbedingt zu einer Vorbehandlung des Tieres geraten.

Im Übrigen unterliegt T61 im Gegensatz zu Barbituraten keiner Nachweispflicht.

Allgemein gilt:
Bei der Entscheidung an welcher Stelle die Injektion erfolgt sollte außerdem folgendes über die verschiedenen Injektionsorte bekannt sein:

Intravenöse (in die Vene) Injektionen sollten relativ schmerzlos und bei einem routinierten TA schnell zu setzen sein. Leider wird dies in der Regel jedoch Zwangsmaßnahmen wie Abbinden der Vene, Rasieren des Fells, Festhalten des Pfötchens etc. nach sich ziehen.

Intrakardiale (in das Herz) und intrapulmonale (in die Lunge) Injektionen sollten ebenfalls einfach und schnell zu setzen sein, erzeugen aber offenkundig mehr Schmerz und Gegenwehr. Es kann durchaus zu massiven Lautäußerungen und Abwehrreaktionen des Tieres kommen, weshalb diese Art laut TA nur bei sehr geschwächten, anästhesierten oder komatösen Tieren zur Anwendung kommt.

Bei intraperitonealen (in die Bauchhöhle) Injektionen verhält es sich wie oben beschrieben (intrakardiale Injektion, in das Herz), allerdings dauert es hierbei rund fünf Minuten bis das Tier bewusstlos ist. Während dieser Zeit bekommt das Tier alles genau mit, z.B. wenn es im Käfig herumwandert, schläfrig wird und sich deshalb unter Umständen am Käfiggitter stößt und sich dabei sogar noch verletzen könnte.

Absolut abzuraten ist von einer intrathekalen (Raum unterhalb der harten Hirnhaut, Liquorraum) Injektion bei unbetäubten Tieren, da eine dortige Punktion nicht ohne Schmerzverursachung und dadurch bedingte Abwehrreaktionen möglich ist.

Dementsprechend wird von der überwiegenden Zahl der TA eine generelle Verwendung einer medikamentösen Vorbehandlung vor dem Verabreichen des eigentlichen Tötungsmittels empfohlen. Sie soll gewährleisten, dass das zu euthanasierende Tier ruhig und schmerzunempfindlich ist und somit finale Abwehrreaktionen (das Tier wehrt sich u. U. gegen die Tötung) und Lautäußerungen verhindert werden.

Insbesondere soll diese Vorgehensweise dazu dienen allen Beteiligten und natürlich besonders dem Tierbesitzer, die Anwesenheit bei der Tötung zu erleichtern.

ACHTUNG:Die falsche Anwendung von T61 kann einen qualvollen Tod bedeuten, der sich über Stunden hinziehen kann. Die Anwendung von T61 als alleiniges Mittel zur Euthanasie ist daher sehr bedenklich und umstritten. Aus diesem Grund sollte ein umsichtiger Tierarzt vor der Anwendung von T61 IMMER ein Narkosemittel in starker Dosierung verabreichen (siehe hier http://www.bvl.bund.de/DE/08_PresseInfothek/01_FuerJournalisten/01_Presse_und_Hintergrundinformationen/05_Tierarzneimittel/2010/2010_11_03_pi_t61.html?nn=1622472).

T61 besitzt teilweise einen sehr schlechten Ruf, da das Mittel nur zu einem einzigen Zweck hergestellt wird, zum Töten von Tieren. Des Weiteren führt es bei falscher Anwendung zu erheblichen Leiden und Todeskämpfen der Patienten. Für den TA ist es nicht möglich, die physiologische Reaktion eines Tieres auf dieses Mittel vorherzusehen, da T61 ein Anästhetikum (Narkosemittel) ist und jedes Anästhetikum eine paradoxe (verkehrte) Reaktion auch bei richtiger Dosierung hervorrufen kann. Auswirkungen einer paradoxen Reaktion bei Tieren können unter anderem sein, dass die Tiere beginnen heftig zu krampfen und mit dem Tod kämpfen. Auch bei richtiger Anwendung kann es durchaus dazu kommen, dessen sollte man sich bewusst sein. Zu solchen Vorfällen kann es allerdings auch bei jedem anderen Euthanasiemittel kommen. Zusätzlich ist zu erwähnen, dass Katzen häufig bei der Euthanasie mit T61 erbrechen, weil einige Bestandteile von T61 als zentrales Brechreizmittel wirken.

Also lasst Euch bitte im Interesse Eurer Tiere ausführlich und genau beraten und informiert Euch ggf. bei mehreren TA Eures Vertrauens. Lasst Euch nicht mit oberflächlichen Informationen abspeisen. Lieber „einmal zuviel“ gefragt, als „einmal zu wenig“. Einem TA, der sich weigert Euch umfassend zu informieren und Euch all Eure Fragen nicht hinreichend beantwortet, solltet Ihr niemals Eure Tiere anvertrauen.

Es ist ein Weg ohne Rückkehr und der sollte nur vom jemand veranlasst werden, dem Ihr Euer uneingeschränktes Vertrauen gebt.

Nur wer informiert ist, ist auch angstfrei, weiß genau was auf ihn zukommt und kann mit gutem Gewissen und freiem Kopf entscheiden.

 

 

Was passiert danach? -Tierkörperbeseitigungsanstalt-? :stop:

Nach dem Tod des Tieres gibt es drei verschiedene Möglichkeiten, was mit dem Tier passieren darf.

Entweder übergibt man es einem Tierbestatter zur Einäscherung mit Urne oder Grabstelle, beerdigt es selbst im eigenen Garten oder überlässt es der Tierkörperbeseitigungsanstalt.

Bei eigener Bestattung bitte unbedingt darauf achten, dass das nur auf dem eigenen Grundstück bzw. mit Erlaubnis des Eigentümers eines Grundstückes, gestattet ist. Ein Begraben in Wasserschutzgebieten und in unmittelbarer Nähe öffentlicher Wege und Plätze ist nicht zulässig. Ebenso ist ein Beerdigen in Parks, öffentlichen Grünanlagen oder im Wald verboten.
Ferner darf das Tier nur so vergraben werden, dass es mit einer ausreichenden, mindestens 50 Zentimeter starken Erdschicht, bedeckt ist.

Nicht jeder hat das Geld für eine Bestattung oder den entsprechenden Garten, wo er sein Tier beerdigen kann und ist somit vielleicht gezwungen sein Tier einer Tierkörperbeseitigungsanstalt zu überlassen.

Ich denke, viele Menschen wissen gar nicht wirklich was mit ihren Tieren passiert, wenn sie sich entschließen sie nach dem Tod z.B. in der Tierarzt-Praxis zu belassen.

Deshalb einige erklärende Worte von mir dazu.
Wenn ich mein Tier also nun nicht eigenhändig bestatte oder bestatten lasse, was passiert dann?

Das verstorbene Tier wird zur „Entsorgung“ den gesetzlichen Bestimmungen nach, der Tierkörperverwertung, der sogenannten Tierkörperbeseitigungsanstalt übergeben.

Das bedeutet konkret, dass Euer Tier zusammen mit Schlacht- und anderen Abfällen der Material-Kategorie 1 von der Tierkörperbeseitigungsanstalt (heute nennt man die TBA „geschönt“ auch Verarbeitungsbetrieb, Verbrennungsanlage oder Mitverbrennungsanlage :sad: ) mit Sammelfahrzeugen z.B. beim Tierarzt abgeholt wird.

Die Tierkörperbeseitigung über Sammelstellen und Tierkörperbeseitigungsanstalten wird durch das Tierkörperbeseitigungsgesetz bzw. jetzt Tierische – Nebenprodukte -Beseitigungsgesetz geregelt.

Mit diesem Gesetz werden Vorgaben der EU-Verordnung (EG) Nr. 1774/2002 (der sogenannten Tierkörperbeseitigungsanstalten-Verordnung) zur Verwertung und Beseitigung von Tierkörpern und von Schlachtabfällen geregelt.

Nach eben dieser Verordnung wird je nach ihrem hygienischen Gefahrenpotential in drei verschiedene Kategorien unterteilt. Unsere Tiere betrifft nur die Kategorie 1, wer mehr wissen will, kann sich z.B. hier http://www.btkv.at/grundlagen/index.html schlau machen.

Bei der Kategorie 1
handelt es sich um Fleisch und tierische Nebenprodukte mit dem höchsten Risiko und Gefahrenpotential, also Haustiere, Wildtiere oder Nutztiere, die aus Krankheitsgründen getötet wurden oder verendeten, insbesondere verseuchte Tiere sowie mit Chemikalien oder verbotenen Stoffen kontaminierte Tiere und Versuchstiere.
Die hieraus entstehenden Materialien (Tiermehl und Tierfett) dürfen nur verbrannt, thermisch verwertet (zum Heizen z.B.) oder aber in technischen Verwendungen außerhalb der Nahrungs- und Futtermittel genutzt werden (z.B. als Schmieröl für Industrieanlagen).


So jetzt aber zum Eigentlichen:
Den angelieferten Tieren wird vor der Verarbeitung das Fell abgezogen zur getrennten Weiterverarbeitung. In der Tierkörperbeseitigungsanstalt angekommen werden die Tierkörper dann in ca. 50g-80g schwere und ca. 5 cm kleine Stücke, mit einem entsprechenden Gerät dem sogenannten Grobbrecher zerkleinert, bis zum Zerfall erhitzt und anschließend mindestens 20 Minuten lang ununterbrochen bei einer Temperatur von mindestens 133 °C und 3 bar Druck heiß gehalten/gekocht. Als Resultat erhält man einen sterilisierten Fleischbrei, der nun mit unterschiedlichen Verfahren weiterverarbeitet werden kann.
Im Verarbeitungsprozess werden Eiweiß und Fett getrennt und das Wasser verdampft. Blut, Fette, Haare, Häute u.ä. können in gesonderten Verfahren behandelt werden. Aus diesem ganzen Prozess entsteht dann nach noch weiteren Arbeitsschritten das Tiermehl und Tierfett.

Tiermehl darf grundsätzlich nicht mehr an landwirtschaftliche Nutztiere verfüttert werden. Tierfett kann an die chemische Industrie abgegeben werden oder wird in der Biogasanlage genutzt.

Achtung: Eine Verbrennung von ganzen Tierkörpern findet in der Tierkörperbeseitigungsanstalt definitiv nicht statt.

Weitere Einzelheiten, die hier eindeutig den Rahmen sprengen würden könnt Ihr Euch auf z.B. auf dieser sehr informativen Seite durchlesen. http://www.protec-orsingen.de/
 
 

Copyright (aller Texte) 2010 Beate-Bettina Schuchardt


 

Aufhebung

Sein Unglück
ausatmen können,
tief ausatmen,
so dass man wieder
einatmen kann.

Und vielleicht auch sein Unglück
sagen können,
in Worten,
in wirklichen Worten,
die zusammenhängen
und Sinn haben,
und die man selbst noch
verstehen kann
und die vielleicht sogar
irgendwer sonst versteht
oder verstehen könnte.

Und weinen können.

Das wäre schon
fast wieder
Glück.

(Erich Fried)